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Der Klang, der Spur, der Fliege ... audiovisuelle Experimente
Die Überschrift beschreibt ein Experiment, in dem man Spuren eines bewegten Objektes im 3D Raum aufzeichnet und die dabei gewonnenen xyz-Koordinaten in Töne übersetzt. Hier entsteht ein Tongefüge, das zwar in Abhängigkeit zu der Fliege steht, aber ein ganz anderes ist, als ihr Summen im Raum.
In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Medientechnik haben wir im virtuellen Studio Bewegungsspuren von Musikern aufgenommen und diese Daten (Raumkoordinaten des zeitlichen Ablaufs) in ein 3D Programm importiert. Die Spur, die ein Geigenbogen vollzieht, kann nun als isolierte Raum-Zeitspur verwendet werden, um als Bewegungsablauf für die Animation eines anderen Gegenstandes zu dienen. Statt eine Bewegung aus einer Situation herauszusezieren, können wir die Daten auch in einen anderen Wahrnehmungsbereich übertragen. Raumwerte werden dazu beispielsweise in Farb-, Kontrast- und Helligkeitswerte oder auch in Tonqualitäten übersetzt. Es entsteht dann zur Musik der Geige ein abstraktes Video aus Farbflächen oder ein Video des Musikers mit einer neuen Tonspur, die sich nicht aus den Klängen des Instruments ergibt, sondern aus der Bewegung des Spielens. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die man aus dieser Versuchsanordnug ableiten könnte. In jedem Falle ergeben sich aber andere Bild/Ton-Verhältnisse als in der "Visuellen Musik", in der der Musik selbst Bildparameter zugeordnet werden. Verlässt man das Format dieser Musikbilder, kann man persönliche Handschriften von Musikern ausfiltern, indem man Bewegungsspuren beim Spiel eines identischen Stückes vergleicht. Man könnte auch die Klangskulptur eines Musikstückes erstellen, indem man die Zeitspur im Raum über ein 3D Programm als Objekt ausgibt.
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Untersuchungen, in denen Parameter seziert, in ihrer Wechselwirkung beobachtet und neu miteinander kombiniert werden, sind für mich wichtiger Bestandteil der Arbeit mit dem Medium Video. Unser Ausdrucksrepertoire wird durch Bilder bestimmt. Unsere Sprache differenziert sich über die Bildparameter, deren Organisation und deren Wechselwirkung mit Faktoren wie die des Tons, des Inhalts, des Kontextes , des Mediums und der Rezeption. Über experimentelles Arbeiten (Verschieben, Übersetzen, Transformieren, Erproben neuer Techniken) wird nicht nur die Ausdrucksfähigkeit erweitert, sondern bilden sich möglicherweise auch individuelle Stärken der Studenten heraus. Die Verschiebung einer Information in andere Kontexte macht es leichter, ein Medium zu reflektieren und schafft neue Assoziationsfelder für mögliche Verknüpfungen. Der Ton kommt in unserem bildorientierten Studienbereich oft viel zu kurz. Weil er aber - selbst im bewussten Verzicht auf die Tonspur – ein Video stark beeinflusst, ist die Beschäftigung mit diesem Thema sehr wichtig.
Den vollständigen Text, sowie Hinweise zu Archiven wie SEE THIS SOUND (setzt sich mit der Verbindung von Bild und Ton in Kunst, Medien und Wahrnehmung auseinander), dem Visual Music Archiv (Prof. Heike Sperling) und dem Medien-Kunst-Netz findet man in den unten stehen Links
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